Einzugsgebiet der Weser

Das Wesergebiet ist eines von fünf übergeordneten Stromgebieten in Deutschland. Die Weser bildet zwischen Ems im Westen und Elbe im Osten das mittlere Stromgebiet in Nordwestdeutschland. Die Weser entsteht durch den Zusammenfluss von Fulda und Werra bei Hannoversch-Münden. Bis zur Mündung in die Nordsee besitzt sie eine Länge von ca. 432 km und entwässert dabei ein Einzugsgebiet mit einer Gesamtgröße von ca. 46.000 km2 (inkl. Werra und Fulda). In Minden beträgt das Einzugsgebiet ~ 19.300 km². Das Gesamteinzugsgebiet setzt sich aus Anteilen in sieben Bundesländern zusammen.

Die Weser wird in vier Regionen unterschieden:

  • Oberweser: Hannoversch-Münden – Minden
  • Mittelweser: Minden – Bremen
  • Unterweser: Bremen – Bremerhaven
  • Außenweser: Bremerhaven – Nordsee
Einzugsgebiert der Weser, Quelle: wikipedia
Einzugsgebiert der Weser, Quelle: wikipedia

Relief und Landnutzung

Ein Blick auf die Reliefdarstellung lässt erkennen, dass das Einzugsgebiet der Weser oberhalb Mindens von Mittelgebirgen geprägt ist. Niederschlag kann sich nicht lange in der Fläche aufhalten, kommt schnell zum Abfluss. Bis Minden reagiert der Fluss auf Niederschläge also rasch. Hochwasser kommt schneller in der Stadt an als zum Beispiel an der Ems oder der oberen Donau.

Das Einzugsgebiet im Weserbergland hat noch waldreiche Flächen, aber große Flächenanteile sind in der landwirtschaftlichen Nutzung und damit in ihrem Abflussverhalten radikal verändert worden. Im Vorland befinden sich zudem noch zahlreiche durch Auskiesung entstandene Seen. Ab Minden kennzeichnet eine weite Marschenlandschaft die Region. Nur wenige Siedlungsflächen durchbrechen die vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichteten Strukturen beidseitig der Weser.

Abflüsse

Der Mittelwasserabfluss liegt in Minden bei ~186 m³/s, bei einem hundertjährlichen Hochwasser bei ca. 2000m³/s. In der Tabelle sind Hauptwerte des Pegels Porta oberhalb von Minden dargestellt.

TABELLE

Das Einzugsgebiet des Weser

Gewässerstrukturgüte und Gewässergüte

Die Weser gilt in ihrer Strukturgüte als merklich bis stark beeinträchtigt. Die Tabelle zeigt die Gewässerstrukturkartierung der Weser [FGG-Weser, Stand 2000].
Für nahezu die gesamte Weser wurde eine kritische Belastung (Güteklasse II-III) festgestellt [FGG-Weser, Stand 2000/2002].

Schadenpotential

Der gesamte Stadtdurchgang Minden präsentiert sich im Gesamtverlauf der Weser als herausragend hochwasserempfindlich. Der wirksame Abflussquerschnitt hat eine Breite von im Mittel 300m, die sich im Bereich der Querung der L 534 auf zwei Arme aufteilt. Diese Engpasssituation verlangt für den Hochwasserschutz, dass der gesamte Stadtdurchgang unter dem Aspekt Leistungsfähigkeit behandelt wird. Das gilt für die Unterhaltung und auch für Veränderungen.

  • Vorlandnutzung ausschließlich als Grünland und Pflege durch Schafhaltung oder Mahd.
  • Einrichtung eines Kontrollprofils zur Messung der Vorlandaufhöhung durch Sedimentablagerung
  • modelltechnische Untersuchung der Auswirkung einer großflächigen Abgrabung des Vorlandes – kann hierdurch eine Absenkung des Wasserspiegels im gesamten Stadtdurchgang Minden erzielt werden?
  • Pegelneubau im Bereich der Schlagde mit warnender und informeller Wirkung

[alle Maßnahmen aus Hochwasser-Aktionsplan Weser, StAfUA OWL, 2005]

 Schaden bei HQkat Schaden bei HQ100Schaden bei HQ50 Schaden bei HQ25
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Schadenspotential53.20225.98917.18212.140
Der Mindener Bahnhof, Hochwasser 1946

Das Schadenspotenzial bei einem Hochwasser, wie es zuletzt 1946 aufgetreten ist, bewirkt einen Schaden von ca. 26 Mio. [Quelle: Hochwasser-Aktionsplan Weser, StAfUA OWL, 2005].

Auf dem Foto zu sehen ist das Hochwasser 1946, Mindener Bahnhof (Quelle: Kommunalarchiv Minden)

Maßnahmen

Alle Maßnahmen sollten so erfolgen, dass Eingriffe auf bestehende Infrastruktur (Leitungen, Kanäle etc.) möglichst nicht oder nur in geringen Umfang stattfinden, um Mehrkosten zu vermeiden. Generell ist vor der Durchführung solcher Maßnahmen zu überprüfen, ob Sie mit anderen, konkurrierenden Anforderungen (Lage im Landschaftsschutzgebiet, politischen und kulturellen Anforderungen (z.B. Naherholung im Auengebiet (Nutzung von “Kanzlers Weide”), Komplikationen mit Altlasten, etc.) in Einklang zu bringen ist und welche Konsequenzen sich ergeben (z.B. Flächenausgleich, Planfeststellung, etc.). Die wirtschaftliche, umweltbezogene und politische Bedeutung auf der einen Seite ist mit dem Hochwasserschutz auf der anderen Seite in jedem Fall sinnvoll abzuwägen.